Es sind Bilder, die um die Welt gehen, als vor wenigen Wochen Italienerinnen und Italiener im ganzen Land auf den Balkonen musizieren und abends Kerzen in ihre Fenster stellen.

In dem Land Europas, das zu dem Zeitpunkt wie kein anderes von der Corona-Pandemie getroffen ist und bis heute die meisten Sterbefälle zu beklagen hat, finden die Menschen, die ihre Häuser nur in dringenden Fällen verlassen dürfen, kreative Formen der Solidarität, um einander in aller Angst, Einsamkeit und Trauer doch nahe zu sein: Kerzen als Zeichen des gegenseitigen Trostes.

Nun können wir in der Katholischen Akademie Hamburg keine Kerzen in die Fenster stellen, sind wir doch wie so viele ins Homeoffice gewechselt. Aber ein Zeichen der Verbundenheit, das ermuntert und ermutigt, wollen wir setzen, eine Brücke des Trostes zwischen Ihnen und uns und allen, die in diesen Tagen tröstliche Perspektiven suchen angesichts des Verlustes von Vertrautem, wollen wir bauen. Deswegen haben wir diesen Blog initiiert und lehnen uns damit an eine Tradition an, die es in der antiken Philosophie und der geistlichen Literatur seit Jahrhunderten gibt: die Trostbriefe und Trostbücher. Mit ihnen sprachen sich die Menschen in früheren Notzeiten in Form von Prosatexten, Gedichten und Gebeten Mut, Hoffnung und Zuversicht zu.

Wir haben eine Reihe von Menschen gebeten, uns einen Text, ein Gedicht, ein Bild oder Video zu schicken – gleichsam als ihr tröstlicher Kommentar der Gegenwart. Die beeindruckend kreativen Einsendungen, die wir erhalten, teils eigens für die Trostbrücke angefertigt, teils Fundstücke der Vergangenheit, bringen – einem Spiegel gleich – die Vielfalt zum Ausdruck, mit der Menschen mit der gegenwärtigen Krise umgehen. Die einen nachdenklich, die anderen unterhaltsam – alle auf ihre Weise schöpferisch.

Wir werden diese Beiträge in den nächsten Tagen und Wochen veröffentlichen und verbinden dies mit der herzlichen Einladung, darauf zu reagieren, denn die Trostbrücke soll in beiden Richtungen begehbar sein.

Immer dann, wenn wir Menschen mit Situationen konfrontiert werden, mit denen wir nicht fertig werden, mit Fragen, die wir nicht beantworten können, mit Erfahrungen, die uns existenziell überfordern, sind wir trostbedürftig. Denn wir suchen einen Sinn, den wir selbst uns nicht geben können. Lassen Sie sich, lassen wir uns überraschen von den tröstlichen Gedanken und Bildern unserer Mitmenschen, die uns Funken der Hoffnung und Schimmer der Schönheit sein können.