Mit ihrem Blick einer Schriftstellerin beschreibt Tanja Dückers das Naheliegendste und doch Erstaunliches: Auch Zimmerpflanzen und andere Dinge können tröstlich sein. Nun schaue ich den alten Fikus in meinem Arbeitszimmer mit neuen Augen an… VS

Ich arbeite nun ausschließlich im Home-Office. Die Buchmesse, Lesereisen, Teilnahmen an Podien und Debatten, alles wurde abgesagt. Aber nun schaue ich mir mein Arbeitszimmer genauer an und entdecke viel Tröstliches hier:

Auf meinem Schreibtisch steht ein alter Globus, den ich vor vielen Jahren, noch als Studentin, auf einem Trödelmarkt gekauft habe. Ich reise sehr gern. Nun reise ich im Kopf. Ich suche mir einen Ort aus, der mich interessiert – heute morgen war es Hawaii – und lese dann gleich einiges hierüber, schaue mir Bilder im Internet an. Ich bereite eine Reise vor – so scheint es mir. Und vielleicht ist es auch so.

Im meinem Arbeitszimmer steht seit einem halben Jahr dieser Zimmerspringbrunnen. Sein munteres Plätschern ist unendlich beruhigend und tröstlich. Es ist gleichförmig und doch immer anders – wie das Leben selbst. Natürlich hat nicht jeder einen Zimmerspringbrunnen, aber man hat vielleicht andere Möglichkeiten, Wasser plätschern und fließen zu hören. Wasser ist die Ursubstanz des Lebens, das war vor Jahrmillionen so und ist noch heute so.

Ferner stehen ein paar ausgesuchte Pflanzen in meinem Arbeitszimmer. So auch dieser robuste Sukkulent. Er wächst prächtig, richtet sich nach der Sonne. Er scheint wöchentlich größer zu werden. In den letzten Wochen, in denen wir uns alle große Sorgen gemacht haben, hat er einen richtigen Wachstumsschub hingelegt.