Ann Cottens Lyrik hat einen klaren, genauen und klugen Blick. Hier ein Gedicht zu Trost und Rosen, das mit Ansichten spielt. VS

Weiße Rosen und ein karierter Schirm, groß 

(hinter der Auslage ich und schaue) 

groß ein karierter Schirm, darunter Rosen 

Ich sitze hier und brauche keinen Trost 

….

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Ich sitze hier und brauche keinen Trost 

zumindest so: was nützten mir die Rosen 

der Schirm schneidet Klarheit aus Karos aus 

Das gibts auch so. Ich sags mal so. 

….

,…

Unter dem Schirm und hinter meinem Glas 

was intressiert mich das? Ich brauche Rosen 

nicht: Trost verschwindet wenigstens 

wenn er verwelkt.Wie diese 

….

….

Frau mit ihren schwarz bestrumpften Beinen 

im Minirock wie Rosen im Papier 

am Rand der Auslage verschwindet. 

Ich, ohne Trost und Rosen, hier, brauch keine. 

Samstag, 17.9.05