Aufgefallen ist uns seinerzeit die Fotografin Stéphanie Bonn mit ihrer Fotoserie zu Lourdes, jener Kleinstadt in Frankreich, die als Wallfahrtsort zum Anziehungspunkt von Millionen von Menschen geworden ist. Viele reisen an diesen Ort, um Trost zu finden. Nicht wenige kommen in der Hoffnung, geheilt zu werden. Die in Frankreich geborene und in Berlin lebende Fotografin geht mit ihrer Fotostrecke „Je vous salue Marie“ das Wagnis ein, dem Unerklärlichen, das sich mit Lourdes verbindet, auf die Spur zu kommen. Dabei dokumentiert sie nicht, sondern zeigt – ohne zu denunzieren oder zu verherrlichen – Symbole und Metaphern dieses Ortes. So erschließt sie die besondere Wirklichkeit von Lourdes, ohne der Versuchung zu erliegen, das Unbegreifliche begreifbar zu machen.
Lourdes ist in diesen Tagen ein verwaister Ort – notgedrungen. Aber die Not, geheilt zu werden, und die Sehnsucht, Trost zu finden, bleibt. Dies symbolisiert für mich das Foto, das uns Stéphanie Bonn für die Trostbrücke geschickt hat. SL

Nähere Informationen über die Fotografin, deren Bilder im 2. Halbjahr 2016 das Akademieprogrammheft geprägt haben, finden Sie hier: https://www.stephaniebonn.com/je-vous-salue-marie .